Wir treffen uns im Paradies

WIR TREFFEN UNS IM PARADIES

Eine theatrale Collage über Flucht und Exil

In der Stille eine Stimme. Bebende Stimmen in der Stadt. Und dann diese große Holzkiste, die sanft über die Straße gleitet. Seit Tagen streift sie durch die Fremde, auf der Suche nach einem Ort zu landen. Sprachlose Gestalten schlüpfen aus ihr heraus. Wo sind sie? Exil nennen sie das neue Land. Asyl nennen sie ihre Hoffnung.
Sie erzählen von ihrer Flucht und Ankunft, von ihren Ängsten und Träumen, ein Leben neu anzufangen. Eine theatrale Collage aus Maskenspiel, Stimmen und Installation.

Für dieses Projekt hat TheatreFragile Geflüchtete und Helfende getroffen, ihre Erfahrungen, Gedanken und innere Bewegtheit gesammelt, um ein aufschlussreiches und überraschendes Abbild fern von der hitzigen und entfremdeten Debatte zu schaffen.

Für ein poetisches Engagement im Öffentlichen Raum

Flucht, Exil, Asyl, Willkommenskultur, Quote, Grenzen, Grenzüberwachung, Abschiebung. Seit einigen Jahren erobern diese Wörter unseren Alltag. Bilder vom Krieg, überfüllte Schlauchboote auf dem Mittelmeer, Menschen auf der Flucht, erschöpfte Gesichter in europäischen Bahnhöfen lassen uns nicht mehr los. Und dann? Was passiert mit den Menschen, die zu uns gekommen sind? Wie kann man ihre Gesichter und Geschichten aus der Anonymität herausholen?
Und wie viel Platz sind wir, Europäer, ihnen bereit zu geben? TheaterFragile ist Geflüchteten und Helfenden begegnet und hat ihre Erzählungen gesammelt, um ihre Stimmen in die Mitte des dramatischen Geschehens zu stellen. Anhand des poetischen Maskenspiels und der vielschichtigen Stimmencollage wird das komplexe Thema des Exils auf sinnliche und interaktive Weise einem breiten Publikum erfahrbar gemacht.

Die Partizipation als zentraler Ansatz

Durch Interviews, Maskenspielworkshops und Interventionen im Öffentlichen Raum werden Akteure der Zivilgesellschaft in den Kreationsprozess miteinbezogen.
Während der Aufführungen bilden sie als Maskenspieler einen Teil des Ensembles. Es entpuppt sich ein fiktionaler Raum in dem Hautfarbe, nationale und soziale Herkunft und Sprache in den Hintergrund geraten. Es gibt ein eingespieltes Ensemble für Gastspiele und Tour oder die Inszenierung kann jeweils an die Spielstätte adaptiert werden durch eine Recherche-und Probenphase mit einem lokalen Laienensemble vor Ort.

Team

Wir treffen uns im Paradies ist eine Produktion von TheatreFragile unter der künstlerischen Leitung von Luzie Ackers und Marianne Cornil.

Darsteller: Marianne Cornil / Nicole Ratjen & Luzie Ackers / Zeljko Marovic & Workshop Ensemble
Masken: Luzie Ackers
Interviews, Soundcollage: Marianne Cornil
Musik, Komposition: Janko Hanushewsky & Eva Pöppelein, Merzouga
Dramaturgie: Laurence Barbassetti
Maskenspiel Coach: Dana Schmidt
Bühnenbild, Licht: Werner Wallner
Maskenbau: Luzie Ackers & Nicole Ratjen
Kostüm: Manon Gignoux
Installation: Janna Schaar
Video, filmische Dokumentation: Anna-Maria Schneider
Medientechnik: Florian Mönks
Leitung Workshop Ensemble: Marianne Cornil

Produktion: Henrike Beran
Buchhaltung: Doren Gräfendorf
Öffentlichkeitsarbeit: Laurence Barbassetti & Marianne Cornil
Grafik: Silke Meyer
Foto: Walter Meutzner

Premiere der neuen Version 14. Mai 2016 in Detmold im Rahmen des Europäischen Strassentheaterfestivals "Bildstörung".

Premiere der ersten Version im August 2008 im Rahmen des Figuren- und Straßentheaterfestivals La Strada in Graz (Ö), als IN SITU Produktion. IN SITU wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert (Kultur 2000).

 

Förderung

Wir treffen uns im Paradies, 2. Version 2016 ist durch das Kultursekretariat NRW finanziert. Das angegliederte partizipative Projekt ist durch Fonds Soziokultur, vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, von der Kulturagentur des Landesverbandes Lippe, vom Hangar 21 sowie von der Sparda Bank Detmold gefördert.
Wir Treffen uns im Paradies, 1. Version 2008 wurde gefördert von: bmu, in-situ, Culture 2000, LaStrada Graz