#relating forests - Mythen, Wälder und Erkenntnisse, das Abschlussevent
#relating forests - online final event
Am 17. November 2025 fand das letzte öffentliche Ereignis von relating forests statt: ein internationales Online-Seminar unter dem Titel Myths, Forests and Findings. Eineinhalb Stunden lang kamen Künstler*innen, Kulturpraktiker*innen, Forscher*innen und Interessierte aus Deutschland, Frankreich, Norwegen und darüber hinaus digital zusammen, um Bilanz zu ziehen und um zu fragen: Wohin weiter?
Das Projekt ist eine transnationale Zusammenarbeit, entsprechend war das Abschlussevent zweisprachig angelegt – auf Englisch und Französisch, mit professioneller Simultanübersetzung, um allen Teilnehmenden unabhängig von ihrer Erstsprache Zugang zu ermöglichen.
35 Personen nahmen insgesamt teil. Die Präsentierenden waren die fünf Kernakteuren des Projekts: Anne Bouchon und Anne-Claire Dromzee (Cultures Éco-Actives), Luzie Ackers und Marianne Cornil (TheatreFragile) sowie Rebekka Sæter (NOBA/Vitenparken).
Was präsentiert wurde
Das Event begann mit einem Ritual – so wie alle Online-Treffen des Projekts begonnen hatten: Die Teilnehmenden wurden eingeladen, eine Pflanze zu zeigen oder den Blick aus ihrem Fenster. Eine poetische Geste, die in wenigen Sekunden deutlich machte, worum es in relating forests immer gegangen war: um Aufmerksamkeit, Innehalten, Verbindung.
Rebekka Sæter sprach über ortssensible Kunstpraxis. Im Mittelpunkt stand der Begriff Ort – als Alternative zu Natur oder Landschaft – und die Frage, wie künstlerische Praxis ein Prozess des Werdens sein kann, in dem Immersion und körperliche Präsenz zusammenfließen.
Anne-Claire Dromzee reflektierte über Kommunikation jenseits von Sprache. In einem mehrsprachigen Kontext zu arbeiten, in dem man nicht alles versteht, vertiefe das Zuhören – und mache Atmosphäre zur eigentlichen Botschaft. Waldgeschichten zu erzählen bedeute, dem Unsichtbaren zu lauschen.
Marianne Cornil untersuchte die Maske als Schwellenobjekt. Durch eingeschränkte Sicht entstehe eine verstärkte Aufmerksamkeit, eine Porosität zwischen Körper und Umgebung. Eine Teilnehmerin aus dem norwegischen Publikum hatte es so formuliert: „Die Natur selbst schaute mich an."
Luzie Ackers unterschied zwischen zwei Formaten: dem aktiven Workshop und dem rezeptiven Waldspaziergang. Beide erzeugen Resonanz, aber auf unterschiedliche Weise. Rituelle Empfangsformate ermöglichen besonders intensive Erfahrungen. Entscheidend ist die Sorgfalt der Vorbereitung.
Anne Bouchon präsentierte die Auswertung der Publikumsbefragungen aus allen drei Ländern. Teilnehmende berichten von erhöhter sensorischer Wahrnehmung, veränderter Beziehung zur Natur und dem Wunsch, die Erfahrung zu wiederholen. Bei Kindern zeigte sich ein Wandel in den Erzählungen: Statt menschlicher Heldinnen und Helden traten Tiere, Bäume und ökologische Zusammenhänge in den Mittelpunkt.
Was bleibt
Die künstlerische Annäherung ermöglichte tiefere Verbundenheit mit konkreten Orten, veränderte Wahrnehmung des Nicht-Menschlichen, neue Bereitschaft, dem Wald zuzuhören. Viele Teilnehmende beschrieben den Wald danach als Gesprächspartner – etwas, das zuvor für die meisten kein Begriff gewesen war.
Das Abschlussevent war eine Einladung zur Fortsetzung, zur Vernetzung und zur Frage, wie diese künstlerischen Praktiken in anderen Kontexten weiterleben könnten.
Die Aufzeichnung des Events ist öffentlich zugänglich: youtube.com/watch?v=2THlRCYtUbE
Gefördert wurde das Projekt von: Creative Europe - Europäische Union
