#relating forests - Mythen, Menschen und Nature I
#relating forests - Myths, Humans and Nature I
Zum kreativen Online-Event von relating forests:
Die Theaterwissenschaftlerin Catherin Persing, der Fotograf Yannick Cormier und der Literaturwissenschaftler Harald Gaski geben inspirierende Einblicke in die Wirkungsweise von Mythen, in das Verhältnis des Menschen zur Natur und diskutieren die Bedeutung von Maskenritualen in Europa. Ziel der Veranstaltung ist es, ein tieferes Verständnis für die Rolle von Mythen und Ritualen in unserer Beziehung zur Natur zu entwickeln. Wir wollen erkunden, wie diese Elemente genutzt werden können, um ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schaffen und ein Umdenken anzustoßen. Das Online-Event richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, Kulturpraktikerinnen, Umweltorganisationen sowie alle, die sich für Nachhaltigkeit, Kunst und Natur interessieren.
Datum und Uhrzeit:
13 März 2025, 9:00–12:00 Uhr
Rückblick: Teil 1
Der erste Teil des Projekts zog über 30 Teilnehmende an, darunter Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Vertreterinnen von Umweltorganisationen sowie weitere Interessierte aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Kunst und Natur.
Projektvorstellung und Präsentation der Partner: Luzie Ackers und Marianne Cornil von TheatreFragile eröffneten die Veranstaltung mit einer umfassenden Einführung in das Projekt. Sie erläuterten die Vision, durch künstlerischen Dialog neue Erzählansätze für die Mensch-Wald-Beziehung zu entwickeln. Die internationalen Partner stellten ihre jeweiligen Zugänge vor:
• NOBA, vertreten durch Rebekka Sæter
• Cultures Éco-Actives, vertreten durch Anne Bouchon und Anne-Claire Dromzee
Beide Organisationen präsentierten ihre Expertise in der Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Umweltschutz und unterstrichen die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Narrative über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur.
Vortrag: Mythen und kulturelle Perspektiven Den zentralen Vortrag hielt Catherin Persing, Theater- und Literaturwissenschaftlerin mit Forschungsschwerpunkt auf ökologischen Perspektiven in den darstellenden Künsten. Sie analysierte ausführlich die Rolle von Mythen in der Mensch-Umwelt-Beziehung, mit besonderem Fokus auf die Bedeutung des Waldes in der deutschen Kulturgeschichte, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Mythentheorien.
Ausblick: Teil 2 am 8. April Der zweite Teil dieser inspirierenden Veranstaltungsreihe fand am 8. April statt und bot weitere vertiefende Einblicke in das Thema.
Über relating forests:
Mit einem Schwerpunkt auf interdisziplinärer Zusammenarbeit widmet sich das Projekt der Neugestaltung der Beziehung zwischen Natur und Kultur durch die Erkundung von Vorstellungskraft, europäischen Mythologien und Ritualen. Das 16-monatige Projekt umfasst drei Institutionen, die sich nachhaltiger Entwicklung verpflichtet haben, sowie vier Künstlerinnen mit Spezialisierungen in Storytelling, Maskentheater und Klangarbeit. Der Ansatz zielt darauf ab, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Menschen, Natur und Landschaft anzuregen und innovative künstlerische Angebote zu schaffen, die emotional wie intellektuell berühren. Das Projekt umfasst einen künstlerischen Austausch mit theoretischen Impulsen und einem Fokus auf partizipative Methoden sowie drei Workshops in Frankreich, Deutschland und Norwegen mit ästhetischen Erkundungen im Wald und dem Austausch mit Expertinnen, Künstlerinnen, Pädagoginnen und jungen Menschen aus der jeweiligen Region.
Über die Referentinnen und Referenten
Catherin Persing ist Theater- und Literaturwissenschaftlerin und beschäftigt sich mit ökologischen Perspektiven in den darstellenden Künsten. Ihre Forschung konzentriert sich derzeit auf alternative Wahrnehmungen von Natur, Landschaft und nicht-menschlichen Entitäten im Kontext sich wandelnder Mensch-Umwelt-Beziehungen. Im Rahmen ihres Dissertationsprojekts Performing Plants untersucht sie, wie die Einbeziehung von Pflanzen in künstlerische und aktivistische Formate die Dramaturgie, den Erzählstil und die Mensch-Natur-Beziehung dieser Formate beeinflusst.
Yannick Cormier hat zunächst eine fotografische Serie über die noch heute lebendigen Ahnentraditionen in Tamil Nadu (Südindien) produziert, die in der Sammlung Dravidian Catharsis erschienen ist. Anschließend setzte er seine Forschung zu zeitgenössischen Ritualen in Frankreich und Europa fort. Von 2017 bis 2020 entstand eine neue Serie auf der Iberischen Halbinsel, Espiritus de Invierno, die die Karnevalsrituale dieser Region dokumentiert. Cormier zeigt, wie diese Praktiken eine Form des Widerstands zugunsten der kulturellen Identität sogenannter traditioneller Gesellschaften oder kleinerer Gemeinschaften darstellen, die von der modernen Konsumwelt noch nicht vollständig vereinnahmt wurden. Seine Fotografie verbindet das Spirituelle mit dem Materiellen, Fiktion mit Realität, Tradition mit Moderne. Seine Bilder entstehen aus Reisen, sozialen Ritualen, religiösen Zeremonien, kulturellen Fantasien, Träumen und, allgemeiner gesagt, aus all jenen Spielen, ob heilig oder weltlich, die Identität und Erscheinung verkleiden.
Harald Gaski kommt aus Tana in Finnmark und ist Professor für samische Literatur am Sami University College. Seit Mitte der 1980er Jahre hat er maßgeblich zur Etablierung der samischen Literatur als akademische Disziplin beigetragen. Er ist zudem als Belletristikautor tätig und hat samische Literatur ins Norwegische und Englische übersetzt. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit indigener Ästhetik, samischen Mythen und traditionellen Werten sowie mit dem Multikünstler Nils-Aslak Valkeapää.
Förderung
Das Projekt relating forests ist eine transnationale Kooperation zwischen drei europäischen Kunstinstitutionen: TheatreFragile (Deutschland), Cultures Éco-Actives (Frankreich) und NOBA (Norwegen). Ko-finanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autorinnen und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Förderbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.
About the lecturer
Catherine Persing
Catherin Persing is a theatre and literary scholar who deals with ecological perspectives in the performing arts. Her research currently focuses on alternative perceptions of nature, landscape and non-human entities in the context of changing human-environment relationships. As part of her dissertation project ‘Performing Plants’, she is investigating how the inclusion of plants in artistic and activist formats affects the dramaturgy, narrative style and the human-nature relationship of these formats.
Yannick Cormier
After producing a photographic series on the ancestral traditions that are still celebrated to the rhythm of trances, ceremonies and sacrifices in Tamil Nadu, in southern India, which can be found in the collection Dravidian Catharsis, Yannick Cormier is continuing his research into contemporary rites in France and Europe. From 2017 to 2020, he will produce a new series in the Iberian Peninsula, Espiritus de Invierno, documenting the carnival rites practised in this region.
The photographer shows this form of resistance to the cultural identity of so-called traditional societies or smaller communities that have not yet been completely anaesthetised by the modern consumerist world. It is an attempt to reveal the mythological attitudes of these groups.
His photography brings together the spiritual and the material, fiction and reality, tradition and modernity. His photographs are living images that he draws from travel, social rites, religious ceremonies, cultural fantasies, dreams and, more generally, from all the games, sacred or mundane, that disguise identity and appearance.
Hard Gaski
Harald Gaski is from Tana in Finnmark and is a professor of Sami literature at Sami University College. He has been central to the development of Sami literature as an academic discipline since the mid-1980s. He is also a fiction writer and has translated Sami literature into Norwegian and English. In his research, Gaski has been interested in indigenous aesthetics, Sami myths and traditional values, as well as the multi-artist Nils-Aslak Valkeapää.
Funding
The project "relating forests" is a transnational cooperation between three European art institutions: TheatreFragile (Germany), Cultures Eco Actives (France) and NOBA (Norway)
Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the authors only and do not necessarily reflect those of the European Union and European Education and Culture Executive Agency (EACEA). Neither the European Union nor the granting authority can be held responsible for them.
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